Ehrenamt kennt keine Arbeitszeiten
Es ist das bisher heißeste Wochenende des Jahres. Der DRK-Ortsverein Leonberg macht an diesem Samstag mit 40 Helfern Sanitätsdienst bei den Kinder- und Jugendtagen im Stadtpark, Deutschland schießt sich bei der Fußballweltmeisterschaft ins Halbfinale. Während des Spiels verdunkeln kurzzeitig schwarze Gewitterwolken den Himmel über Leonberg. Zu diesem Zeitpunkt ahnte aber noch niemand, was sich in der kommenden Nacht abspielen würde. Als die Leonberger schliefen zogen erneut dunkle Wolken über die große Kreisstadt hinweg. Diesmal jedoch beladen mit dicken Regentropfen. Es schüttete über zwei Stunden lang, es donnerte, Blitze zuckten. Etwa 60 Liter Niederschlag fielen pro Quadratmeter. Kleine Bäche wurden zu reißenden Flüssen.
Die Helfer des DRK-Ortsvereins wurden an diesem Sonntag unsanft geweckt, als von der Rettungsleitstelle ein „Wohnhausbrand durch Blitzeinschlag“ in Höfingen gemeldet wurde. Da die Feuerwehr den Brand sehr schnell gelöscht hatte, konnte der Ortsverein jedoch ohne großes Tätigwerden wieder abrücken. Trotzdem war es gut, dass sich zahlreiche ehrenamtliche Rotkreuzler auf den Weg gemacht hatten. Dutzende Feuerwehrleute und Helfer des Technischen Hilfswerks waren schon seit mehreren Stunden damit beschäftigt, die Folgen der heftigen Regenfälle zu beseitigen. So konnten die DRK-Helfer direkt mit einem Verpflegungseinsatz fortsetzen. Aber wo lassen sich an einem Sonntagvormittag Lebensmittel in dieser Größenordnung auftreiben?
Es grenzt an eine Meisterleistung, dass es den Verantwortlichen des Ortsvereins gelang, bereits eine knappe Stunde später die Einsatzkräfte mit Kaffee, frischen Brötchen, Schnitzel und Bratwürsten zu versorgen. Durch die ständige Nachalarmierung anderer Wehren war die Zahl der Helfer zwischenzeitlich auf über 150 angestiegen, was die Beschaffung von Nachschub nicht einfach gestaltete. Gleichzeitig teilte die Feuerwehr mit, dass sich die Zahl der unbearbeiteten Einsätze weiter erhöhe und noch lange kein Ende absehbar ist. Folglich musste auch noch für ein Mittagessen gesorgt werden. Hierfür wurde der Ortsverein Rutesheim eingespannt. In der dortigen Unterkunft wurden Nudeln mit Hackfleischsoße zubereitet, parallel organisierten die Leonberger Rotkreuzler frische Salate und Nachtisch. Mit vereinten Kräften gelang es, dass ein umfangreiches Mittagessen bereitgestellt werden konnte. Die Vorfreude auf das Essen war jedoch nur von kurzer Dauer. Kaum standen die Teller bereit, alarmierte die Leitstelle erneut nach Höfingen, diesmal zu einem Tiefgaragenbrand. Wieder eilten Feuerwehr und die DRK-Ortsverein in den Leonberger Stadtteil. Der Rauch, der aus der Einfahrt quoll entstand jedoch nicht durch ein Feuer. Eine schleifende Kupplung bei festsitzenden Bremsen löste den Qualm und damit das Großaufgebot an Rettungskräften in der Kirchstraße aus.
Wer nicht ausrücken musste stärkte sich zwischenzeitlich in der DRK-Garage, um anschließend erneut gegen geflutete Kellerräume anzukämpfen.
Auch am frühen Abend noch keine Entwarnung. Der Deutsche Wetterdienstes hat eine erneute Unwetterwarnung herausgegeben. Wieder dunkle Wolken über Leonberg. Diesmal mit glimpflichem Ausgang. Es fielen nur wenige Tropfen. Die Hilfsorganisationen konnten aufatmen und gegen 20.00 Uhr den gemeinsamen Einsatz beenden.
Für das DRK hingegen noch kein Feierabend. Ausrücken zu einer Erstversorgung und Ablösung einiger Helfer, die den ganzen Sonntag Sanitätsdienst bei den Kinder- und Jugendtagen geleistet hatten.
Danny Rapp
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
