Solitude Revival 2011 – Ein Wochenende im Zeichen des Motorsports
Als „Solitudering“ ist sie bei Motorsportfans weltbekannt. Die einstige Rennstrecke im Glemswald, die sich über Leonberger, Stuttgarter und Gerlinger Gemarkung zieht. Aus dem vorhandenen Straßennetz lässt sich ein anspruchsvoller Rundkurs gestalten, auf dem bis 1965 fast jährlich Rennveranstaltungen stattfanden. Motorradrennen, Weltmeisterschaften bis hin zu internationalen Formel 1-Rennen wurden auf dem Kurs ausgetragen. Mitte der sechziger Jahre musste die Strecke einerseits aus finanziellen, hauptsächlich aber aus Sicherheitsgründen geschlossen werden.
Sicherheitsgründe waren auch ausschlaggebend, dass bei der jetzigen Wiederentdeckung des „Solituderings“ keine Rennveranstaltung, sondern lediglich Demonstrationsfahrten durchgeführt wurden. Historische Renn- und Straßenfahrzeuge aus der Geschichte des Automobils, das in diesem Jahr 125 Jahre alt wird, sollten den zahlreichen Interessierten präsentiert werden.
Dennoch ist das Risiko hoch. Sowohl eine Strecke, als auch Fahrzeuge die nicht den heutigen Sicherheitsstandards entsprechen bergen große Gefahren für Piloten und Zuschauer. Und wie kann man gewährleisten, dass einzelne Fahrer auf den gesperrten Straßen nicht auch einmal etwas mehr aufs Tempo zu drücken. Ein Grund für Rotes Kreuz und Feuerwehr, mit zahlreichen Einsatzkräften und Fahrzeugen für das Wohl der Besucher und selbstverständlich auch der Rennfahrer zu sorgen. An vielen Stellen rund um die elf Kilometer lange Strecke wurden Notarzt- und Rettungswagen stationiert, die bei Zwischenfällen innerhalb kürzester Zeit an der Unglücksstelle eintreffen konnten. Ebenfalls standen Feuerwehrfahrzeuge am Streckenrand parat. In ausgewiesenen Zuschauerbereichen wurden zusätzlich sogenannte Unfallhilfsstellen eingerichtet, an die sich Besucher bei medizinischen Notfällen wenden konnten.
Entgegen der Vorhersage spielte am ersten Veranstaltungstag auch das Wetter mit. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen zogen die Fahrzeugklassiker ihre Runden über den Solitudering. Durch die Unvernunft einiger Zuschauer musste die Strecke jedoch immer wieder gesperrt werden. Personen die trotz Betretungsverbots der umliegenden Wälder plötzlich am Streckenrand auftauchten, oder Radfahrer die sich die gesperrten Straßen zu Nutzen machen wollten. Dies führte zwangsläufig zu Verzögerungen im Programmablauf. Für die 40 Sanitäter aus Leonberg, Rutesheim, Ditzingen, Gerlingen und den werksärztlichen Dienst der Firma Porsche dennoch ein eher ruhiger Tag. Neben Mückenstichen und Kreislaufbeschwerden gab es bis zum Abend keine besonderen Vorfälle. Als letzte Gruppe durften die historischen Rennmotorräder und Motorräder mit Seitenwagen ihre Runden drehen. Die Rettungskräfte hingegen bereiteten sich gedanklich bereits auf den Feierabend vor, als plötzlich über Funk die Meldung über einen gestürzten Motorradfahrer im Bereich „Dreispitz“ einging. Unverzüglich wurde die Strecke gesperrt, dass sich Rettungswagen, Feuerwehr und Abschleppfahrzeuge gefahrlos zur Unfallstelle begeben konnten. Nach notärztlicher Versorgung wurde der Motorradfahrer in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Strecke wurde an diesem Tag jedoch nicht mehr freigegeben.
Zum Sonntag lässt sich aus Sicht des Roten Kreuzes sagen: neben einer leicht verletzten, angefahrenen Zuschauerin keine schwerwiegenden Vorfälle, keine Unfälle auf der Strecke.
